







Münchehofe/Mü. (MOZ) Zum ersten Mal fand das jährliche Jugendfeuerwehrlager für den ganzen Landkreis statt. 160 Mitglieder von 21 Jugendfeuerwehren und 40 Betreuer haben sich drei Tage lang in Münchehofe fachliches Wissen angeeignet, Prüfungen abgelegt und sich bei Nachtwanderungen, Kanu fahren und Diskothek auf Abenteuer begeben.

Maulend kommen die Mädchen den Berg hinaufgeklettert. "Was ist los?", fragt André Strehmann, der Kreisjugendfeuerwehrwart, der solche mürrischen Gesichter in seinem Camp gar nicht gern sieht. "Wir durften nicht weitermachen", ist die Antwort. Es ist Sonnabendmittag, 13 Uhr, und eigentlich sollte schon seit einer Stunde Mittagsruhe herrschen. Da muss Strehmann nun doch lächeln, denn der Eifer der Mitglieder der Jugendfeuerwehren, mit dem sie die Stationen absolvieren, freut ihn sehr. Zum ersten Mal hat es der Kreisjugendfeuerwehrverband erreicht, dass die drei Altkreise ein gemeinsames Lager auf die Beine gestellt haben. Bisher hätte jeder für sich allein gewirkt, sagt Strehmann. "So ist es aber viel besser, denn die Mädchen und Jungen lernen sich kennen, und finanziell günstiger ist ein einziges Camp allemal als drei." Unterstützt wird die Schulungsaktion auf vielerlei Weise.

Mit Zelten, mit Geld, mit Initiativen vom Kreisfeuerwehrverband, dem DRK, Jugendrotkreuz, der Sparkasse, der Kreisverwaltung und dem Jugendamt. Dafür ist die Kapazitätsgrenze der Ferieneinrichtung "Schau ins Land" mit den 160 Kindern und Jugendlichen aus 21 Jugendfeuerwehren erreicht - insgesamt gibt es 71 Jugendfeuerwehren in Märkisch-Oderland. So wurden etliche Zelte aufgebaut, alle Bungalows in Beschlag genommen. Überall dazwischen hängen blaue Feuerwehranzüge auf Wäscheleinen zum Trocknen, denn das Wetter war das einzig Negative. "Es ist toll hier", erzählt die 13-jährige Betty Taube aus Harnekop und ist sich ganz sicher, dass sie die Flammenprüfungen bestehen wird. Sie ist das erste Mal dabei. Ihr Betreuer, Jens Raeder, aber nicht. "Vor 30 Jahren war ich als Junger Brandschutzhelfer schon einmal während der Ferien in solch einem Camp, das sind schöne Erinnerungen", sagt der heute 45-Jährige.

Elf Stationen hatten die Mädchen und Jungen zu absolvieren auf dem Weg zu den Flammen der Jugendwehr. Um eine Flamme ging es bei den Kleinen ab acht Jahren, die Größeren wollten eine zweite Flamme erreichen. Da ging es bei Volleyball, Lauf und Weitsprung sportlich zu. An der DRK-Station bei Stephan Zieseniß waren Wunden zu versorgen, Förster Peter Büssow testete naturkundliches Wissen und Thomas Jahrmatter fragte Fakten an der Technik-Station ab. "Die Ergebnisse können sich sehen lassen", fasst Strehmann zusammen. Es wurden 73 Flammen der Stufe eins und 52 der zweiten Stufe vergeben.
von Irina Voigt
Textquelle: www.moz.de